Andacht vom 29. März (Jugendliche)

Psalm 23 - Gedanken Jugendlicher aus der Kirchengemeinde in der zweiten Woche mit Ausgangsbeschränkung

Landschaft zu Psalm 23 von Marie-Sophie

Liebe Leserinnen und Leser,

An diesem Sonntag hätten die Konfirmand*innen den Gottesdienst in Miesbach und Neuhaus selbst gestaltet - ein Höhepunkt im Konfirmandenjahr. Weil das zur Zeit nicht möglich ist, baten wir Konfirmand*innen und Jugendliche aus den beiden Kirchengemeinden um ihre aktuellen Gedanken zum Psalm 23. Mit diesem Psalm beschäftigten wir uns an einem der letzten Konfirmandennachmittage. Wir laden Sie nun ein, hier am Bildschirm zu lesen, zu hören, mitzusingen und mitzubeten:  

 
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
 
"Nur weil wir daheimbleiben müssen, heißt es nicht, dass wir auch gleich traurig sein sollen. Zu Hause können wir auch viele großartige Sachen machen. Wir können Brettspiele mit der Familie entdecken, mit Freunden telefonieren, sogar miteinander Computerspiele spielen. Und natürlich vermissen wir unsere Freunde, und machen uns Sorgen um unsere Großeltern, doch wir sollten auch die guten Seiten dieses neuen Lebens entdecken. Wenn wir darüber nachdenken, gibt es einige. Und wie es auch am Anfang des Psalms 23 steht, „mir wird nichts mangeln”, auch in dieser schwierigen Situation bleibt der Herr mit uns." (Vendel, 13 Jahre)
 
"Die aktuellen Situation ist für viele Leute schwer. Man muss zu Hause bleiben und ist dort der Langeweile, seiner Sorge und seinen Ängsten ausgesetzt. Doch die aktuellen Umstände zeigen auch zu wie viel Nächstenliebe die Menschen in der Lage sind. Seien es Kinder die für ihre Eltern einkaufen gehen, weil diese zur Risikogruppe gehören, seien es Leute die spontan bei Tafeln aushelfen, weil denen die Mitarbeiter fehlen, überall finden sich Menschen die bereit sind zu helfen. Und diese Hilfe wird jetzt mehr gebraucht denn je. Und zusammen mit Krankenschwestern, Ärzten, Mitarbeiter in Supermärkten und allen anderen, die in ihren Jobs Extraschichten erledigen, sorgen sie dafür, dass alle Menschen mit der Hoffnung aus dem 23. Psalm, „ Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, leben können." (Luca, 18 Jahre)
 
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele
und führet mich auf rechter Straße
um seines Namens Willen.

"Ich glaube selbst diese Krise wird vorbeigehen, auch wenn es vielleicht noch etwas dauert. Jemand anderes hat das auch schon einmal so erlebt: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal..." (Hannah, 14 Jahre)

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir
dein Stecken und Stab trösten mich.

"Diese Worte aus Psalm 23 begleiten mich im Moment sehr. Denn ich weiß: Es gibt Zeiten, die ungewiss und beängstigend sind. Zeiten, in denen die Sorge den Alltag beherrschen kann. In denen man sich Fragen stellt, wie: Was wird alles noch geschehen? Wann werde ich meine Liebsten wieder treffen können? Wie kann es weitergehen? Wenn ich aber diese tausende Jahre alten Worte lese und höre, dann weiß ich auch, dass ich mich auf eines verlassen kann: dass es einen Gott gibt, dem ich vertrauen kann. Der mich tröstet wenn ich traurig bin und der wie ein guter Hirte mich behütet. Ich lese diese Worte und bin mir sicher: Es gibt einen Gott, der da ist. Auch in diesen Zeiten." (Nathalie Ott, Vikarin) 

Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Lieber Gott,

ich bitte dich in dieser ungewohnten Zeit, dass wir auf dich vertrauen können und du stets an unserer Seite als guter Hirte bist.
Wir danken dir, dass wir uns hier bestens versorgt fühlen können, doch ich sehe auch das Leid bei anderen und die große Sorge bei einer Bekannten, die in den Slums von Kapstadt wohnt. Sei auch für sie und alle anderen der gute Hirte.
Ich finde es schade, dass ich derzeit nicht viel mit meinen Freunden unternehmen kann, aber es ist schön, so mal wieder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und draußen in der Sonne Tischtennis und Fußball zu spielen, durch Wald und Wiesen zu gehen und einfach mal die freie Zeit oder das Gezwitscher der Vögel zu genießen.
Das frische Wasser erfrischt mich und erquickt meine Seele, Ideen entstehen.
Eigentlich bin ich recht mutig, aber ich weiß überhaupt nicht, wie es mir geht, wenn es einem meiner liebsten Mitmenschen schlechter geht oder ihnen etwas zustößt. Bitte trage mich auch durch solch eine Zeit, die ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen kann.
Mein täglicher Alltag ist reich an Geborgenheit, Liebe und Lebenslust, die du mir jeden Tag neu schenkst. So findet die Sorge und Angst weniger Platz.
Herr, ich danke Dir dafür, dass Du uns als guter Hirte in wirklich allen Zeiten begleiten willst. Lass mich das niemals vergessen.
AMEN.

(Johannes, 13 Jahre)

Bleiben Sie behütet!
Der Herr segne und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

"Vertrauen" von Andrea Wehrmann